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Unbequeme Künstlerinnen dürfen in die Luft gesprengt werden! KunstTextFakt 22/11/2017 Karin Brandl Projekt Heimat Augsburg

Klar, die Hex'nkünstlerin wohnt droben - im Oberwasser. Sonst könnte das kleine Wasserkraftwerk sie ja nicht ersäufen wollen. Die Armen müssen drunten hocken, während sich die fette Biberin droben pelzt und schüttelt, dass es nach allen Seiten nur so spritzt.

Turbinenhamster haben's nicht leicht. Sie sind auf's Rad geflochten. Für immer radeln müssen sie, Jahr um Jahr drehen im Kreis, und das Wasser wird und wird nicht mehr. Groß ist die Not, denn in der Kanälestadt müssen sie auch noch die Ufer bauen. „Achtung! Melde gehorsamst, rammen fünf Meter lange Träger in den Grund.” Stampf - einen nach dem andern. Stampf!

Mit beiden Händen umklammerte der Vorarbeiter Hans das Eisen. Hoch über seinem Kopf schwebte, grün gestrichen, die schwere Ramme am langen Arm des Baggers. Immer schon fürchtete der Hans, einmal im Leben auf eine Bombe zu treffen. Ein zweites Mal würde es nie geben. „Ich höre, ob es Holz ist,” sagte er. „Und wenn hier irgendwo eine Bombe im Boden läge, dann hätten wir das schon gemerkt, die wär' längst hochgegangen.”

Augen zu und - stampf! Der Eisenträger war angespitzt, um einen unbekannten Widerstand im Boden zu durchbrechen. Der Rammbock preßte und brummte. Die Kiesel ächzten unter seiner Gewalt. Pause. Dann wieder tiefes Grollen und Erschütterungen bis ins Herz der Erde. Plötzlich bäumte sich der Boden auf. „Aber ich hab' doch Holz gehört,” dachte sich der Hans.

Steine flogen durch die Luft und Schlamm. Das Wasser im Kanal wurde blitzschnell in ein Loch gesaugt. Rote Spiralen flossen in diesen Gully. Es gluckerte und schmatzte. Ein absurdes Fressen später Krieger. Der schwere Eisenträger hatte sich vom Bagger losgerissen. Raketengleich hob er mit dem Hans vom Boden ab und stieß seinen Kopf direkt an den Himmel. Inmitten tausend goldener Blitze wiederholte der Hans, es sei doch Holz gewesen, worauf der Eisenträger stieß. „Holz!” Sirenen heulten. „Hooolz! - Hooolz!” Ein zweites Mal sollte es nie geben. 

Doch in der Hamsterstadt wo alles billig ist, gibt es ein zweites Mal, und ein drittes und ein viertes. Nicht für den Hans zwar, aber der Klaus, der Fritz und der Kurt, die sind noch da. Zu denen kann der Weltkrieg wiederkommen aus dem Dunkel der Erde, wo er stillschweigend lange Zeit verschlief.

Derweil hält sich die Biberin im Oberwasser. Sie läßt sich nicht versprengen! Bevor's den Kurt zerreißt, oder den Klaus, geht sie wieder hinter's Haus. Dort ist sie vor Kriegsgelüsten sicher.  

© Karin Brandl Alchima® 01/12/2017 Projekt ‘Heimat Augsburg’  -  blind gerammt


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Die magische Mitte

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 Tarot der Farben - von Karin Brandl

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Jahreshoroskop 2018 gedeutet von Karin Brandl - 10.11.2017


Schau‘ hi, Demokratie ...

 

Demokratie 2017 - Ölmalerei, 2017, 80 x 90 cm

vom 15.9. - 8.10.2017 gezeigt im Kulturmodell Passau, Bräugasse 9, Kunstausstellung ‘Leben wie ein Baum, einzeln und frei’ VBK in verdi

Gedanken von Karin Brandl, 28.6.2017

Schau‘ hi,

toter Fisch im Wasser - ja

den macha‘s hi, des schaffa die ...

dauert nimma lang.

 

Was kann ich schon tun,

außer nichts verschweigen

und richtig Wünschen:

Gute Besserung Welt!

 


Charivari/Gamsbärte von Karin Brandl in Haag i. Obb. - Kunstausstellung ‘Extreme Bayern’ bis 16. Juli

Charivari: bayrischer Trachtenschmuck voller Talismane und Abwehrzauber Gamsbart: wogender Pinsel am bayrischen Trachtenhut - Filz kommt raus, wenn man bei den Richtigen unterm Bettstatt’l kehrt

Bild ‘Wiesn-Polizist’auf der Einladung v. Peter Gödke

die teilnehmenden 25 Künstlerinnen und Künstler

2016 bei Ottfried Fischer ‘Extrem bayrisch’ Museum Schrobenhausen


Meine Heimat Europa - Ausstellung Kunstpavillon München, VBK in verdi - bis 9. April 2017

Asarum europaeum - Collage von Karin Brandl, 2017

Vernissage am 23. März im Kunstpavillon München

(Foto Heinz Schauer) 


Wasserwehr    Objektinstallation von Karin Brandl März 2017

Unbequeme Künstlerinnen werden in Augsburg ersäuft!

Wo immer wieder verbotener Überstau am Wasserkraftwerk ist, hilft die Kunst der Biberin.

Nach alten Plänen baut sie eine Abfüllanlage am Kanalufer, die das Hochwasser gleich wegschlürft. Der Kanal vor ihrem Haus führt 180 000 Liter in der Minute und so wird die Künstlerin mit jedem neuen Hochwasser reicher!   

Toll - Augsburg bewirbt sich mit dem Wasser 2018 für’s Unesco-Welterbe. Da werden die Flaschen Weltkultur! 

mehr Hochwasser-Kunst


Windräder sind ok, sie überschwemmen niemand und drehen sich friedlich.

50. Kunstausstellung im Finanzamt Pfaffenhofen mit Objekt ‘White Flowers’ von Karin Brandl

Das Interesse an Kunst war groß, am 26.1.2017 bei der Vernissage zur Jubiläumsausstellung. Neben anderen Gruppen stellt die Vereinigung bildender Künstlerinnen und Künstler (VBK) in verdi dort bis 31. März Werke zum Thema Pfaffenhofen an der Ilm aus.


Das Ja - Fotokollage/Texte in Digitaldruck, von Karin Brandl, gezeigt im Kunstpavillon München

Hintergrund meiner vier Fotocollagen ‘Das Ja’ ist der Verfall demokratischer Strukturen und die Radikalisierung der Kommunikationsmittel in meiner Heimat Augsburg.

Im Jahr 2016 wurden in Augsburg Menschen, die für einen Bürgerentscheid Unterschriften sammelten (ein demokratisches Recht jedes einzelnen!), mit  Schandplakaten am eigenen Ladengeschäft und persönlicher Verunglimpfung öffentlich angegriffen.
Politisch Verantwortliche eierten herum. Eine entschiedene Ächtung solchen Vorgehens, wurde von vielen vermißt. Anstatt der massiven Radikalisierung sofort deutlich entgegen zu treten, wurde eine Werbekampagne forciert, die die Stimmung gegen einen Bürgerentscheid anheizte. Zentrale Botschaft war das Wort JA.
Es prangte am Theater, auf Bannern, Plakaten und am Leib des OB, der sich so öffentlich jeder Neutralität seines Amtes enthielt. Die Schmierereien und persönlichen Angriffe gegen Vorsitzende der Bürgerinitiative dauerten an.

Das JA reklamierte 2016 Zustimmung zur Millionen teuren Neuverschuldung einer der ärmsten, hoch verschuldeten Großstädte - für die geplante Sanierung des alten Stadttheaters, die angeblich so alternativlos sein soll, dass sie die veranschlagten Millionen (plus weiteren, wie nachträglich bekannt wurde) verschlingen muß.

Interessanterweise zeigt eine sehr bekannte historische Fotografie von 1934 das Theater Augsburg mit großen Bannern verhängt, auf denen riesengroß das Wort Ja reklamiert wird. Jasager sollten der Machtkonzentration auf den Führer durch Ämtervereinigung von Kanzler und Präsident zustimmen. Es war u.a. ein Ja zu Gewalt und Krieg und zum resultierenden größten Verlust, zur totalen Pleite.


Art Happening Freiheit universell! - München 2016

Auf meiner Erde bin ich frei - Lesung von Karin Brandl zur gleichnamigen Installation, Uraufführung beim Art-Happening Freiheit universell! - München 8. Juli 2016

(...) Schon lang wächst da kein Gras mehr drüber. (...) Kleine Wasserkraft geht über alles … über alles in der Welt.
(...) Frei bauen kann man Ufer für Kanäle. Bauen wie man will. Hei, wie die Bagger brüllend durch das Wasser schäumen.
Unendliche Sanierung macht den Firmen richtig Spaß! Fehler werden öfter immer besser. Immer wiederholt. Reiß’ ab, mach neu, und immer wieder Gartenwüste.
Befehl ist Befehl vom Oberkommando Wasserkraft. (...)

Die Grundlage ist dokumentarisch. Alles was die Bilder zeigen, fand in meinem Garten und unter meinem Schlafzimmerfenster statt. Immer wieder.

Ich nehme mir die Freiheit und mache Kunst daraus.

Das Art Happening ‘Freiheit universell’ in der KUNSTBURG FÜR TRADITION UND ANARCHIE in München war der ideale Rahmen für meine Installation aus großformatigen Bildern von Uferbauarbeiten und Gartenerde. Bei der Vernissage trug ich die Lesung vor, die großen Anklang fand. Vielen Dank an alle, es war ein schönes Wochenende mit interessanten Gesprächen über Freiheit. 

Vernissage am 8. Juli 2016

beide Fotos: Guido Sieber

Foto: Heinz Schauer


Unter uns.
Performance Vernissage bei 
 Ottfried Fischer im
 Hochwassermuseum Jahreshoroskop Räucherduft und 
Feuerzauber Tarot

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